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Studentisches CIRS

Im Juli startet erstmalig ein standortübergreifendes Fehlermeldeportal für Studierende der Humanmedizin, Pharmazie und psychologischen Psychotherapie, über das sie Hinweise auf Beinahe-Fehler geben können. Das System unterstützt dabei, ein Bewusstsein für gesundheitsrelevante Risiken zu wecken. Zudem können die Ergebnisse zur konstruktiven Verbesserung von Risikobereichen genutzt werden.

Dieses Projekt mit Unterstützung durch den Bundesverband der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD e.V.), dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (AEZQ) sowie dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat das Ziel, die Sicherheit von Patientinnen und Patienten und ihrer versorgenden medizinischen Fachkräfte zu erhöhen.

Ein “Critical Incident Reporting System” (CIRS) ist ein anonymes und sanktionsfreies Meldesystem für unsichere Handlungen und kritische Ereignisse. Das System ist nicht dazu gedacht Fehler zu erfassen oder Schuldige zu suchen und zu verurteilen. Es dient der Identifikation von Beinahefehlern und unsicheren Handlungen, aus denen schwere Ereignisse und Zwischenfälle entstehen könnten. Das bedeutet, dass kein Meldender nachverfolgt oder für eine Meldung bestraft wird. Die Meldung erfolgt ohne Angabe von Namen – sowohl für den Meldenden, als auch für die Institution über die gemeldet wird. Wird eine Meldung gemacht, die nicht anonymisierbar ist, muss diese gelöscht werden. Ohne diese Grundregeln ist ein CIRS-System wertlos.

Die CIRS Systeme sind bereits in der Medizin etabliert. Die bisherigen Lösungen richten sich an Mitarbeiter von Krankenhäusern. Für Studierende der Medizin, die in der Regel nur während ihrer Praktika in den medizinischen Betrieb eintauchen, sind die bisherigen Möglichkeiten nur eingeschränkt nutzbar. Deshalb hat das IMPP  in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern ein Meldesystem für Beinahe-Fehler speziell für Studierende der Medizin initiiert.

Studierende, die in Famulaturen, Praktika und kurzen Einsätzen wenig Möglichkeiten haben, die CIRS Systeme dieser Einrichtungen zu nutzen, soll mit dieser Plattform die Chance gegeben werden, ebenfalls CIRS-Fälle anonym melden und über einen nur ihnen bekannten Schlüssel (ein nur dem Meldenden bekannter Zahlencode) verfolgen zu können.

CIRS hat den Nutzen, dass Studierende aus den Fällen lernen und so unter Umständen auch Fehlkonzepte korrigieren können.  Die gemeldeten Fälle werden durch eine Fachgruppe analysiert, bewertet und dem Meldenden zurückgespiegelt. Zudem erfolgt eine Weiterleitung der Fälle an Institutionen und Fachkommissionen, um aus sicherheitsrelevanten Ereignissen realitätsnahe Schulungs- und Prüfungsinhalte zu erstellen.

Das IMPP-CIRS ist aktuell in der letzten Vorbereitungsphase durch eine interprofessionell aufgestellte Fachexpertengruppe aus Humanmedizinern verschiedener Disziplinen, Pharmazeuten, Psychotherapeuten und Studierenden mit Ziel des Starts der Pilotphase im Juli/August 2019.

Für Fragen steht Ihnen das IMPP-CIRS-Team zur Verfügung info@impp.de.