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Am 08. und 09. Mai fand die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung von kompetenzorientierten Gegenstandskatalogen im Erbacher Hof in Mainz statt

Das Medizinstudium soll zukünftig praxisnäher werden, mehr Gewicht auf allgemeinmedizinische Inhalte und eine gelingende Arzt-Patienten-Beziehung legen. So sieht es der „Masterplan Medizinstudium 2020“ vor, der im März 2017 von Vertretern der Gesundheits- und Wissenschaftsministerien von Bund und Ländern und der Koalitionsfraktionen des Bundestages gemeinsam verabschiedet wurde. Am 8. und 9. Mai startete nun das IMPP die Umsetzung: Das Institut für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), bundesweit zentral zuständig für die Entwicklung und Durchführung der medizinischen Staatsexamen, hatte Vertreter des Medizinischen Fakultätentags, der medizinischen Fachgesellschaften, Dekanate, Landesärztekammern, der Bundesvertretung der Medizinstudierenden und der Ministerien zu einer Tagung nach Mainz eingeladen.

Rund 200 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland werden in Arbeitsgruppen, Workshops und Diskussionen die Weichen für die Entwicklung sogenannter kompetenzorientierter Lernziele im Medizinstudium stellen. „Der bisherige Gegenstandkatalog, der festlegt, worin die Studierenden im Staatsexamen geprüft werden, ist hauptsächlich faktenorientiert. Wichtige ärztliche Aufgaben, die die Grundlage für eine tragfähige und vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung darstellen, sind bisher kein Bestandteil der Gegenstandskataloge“, erläutert Professor Dr. med. Jana Jünger, Direktorin des IMPP. Erstmalig soll gemeinsam ein Absolventenprofil definiert werden, das sich an den ärztlichen Aufgaben orientiert. Insbesondere Lernziele wie die gemeinsame Entscheidungsfindung mit Patienten, die Übergabe von Informationen über einen Patienten an andere Kollegen, das Erstellen eines Patientenberichtes in patientenverständlicher Sprache, der Umgang mit digitaler Kommunikation und die Fähigkeit, sich kritisch mit Studienergebnissen auseinander zu setzen, sind Beispiele für neue Lernziele, die in den Gegenstandskatalog Eingang finden sollen. „Zukünftig werden Ärzte in ihrem Berufsalltag zunehmend auf kommunikative, interprofessionelle und wissenschaftliche Kompetenzen angewiesen sein. Zwar gibt es bereits Modellansätze in der Lehre, die diese Fähigkeiten vermitteln und stärken, allerdings fehlen standardisierte Prüfungsformen, mit denen diese Kompetenzen fair und zuverlässig geprüft werden können. Das ist mit den derzeitigen Staatsexamina nur sehr eingeschränkt möglich“, so Jünger.

Erstmals sitzen bei der Formulierung der Lernziele für den Gegenstandskatalog nun auch diejenigen mit am Tisch, die es betrifft: Mehr als 30 Studierende von Medizinischen Fakultäten bundesweit nahmen an dieser ersten Tagung teil und werden auch zukünftig intensiv in den Prozess mit eingebunden. Die Tagung war der Auftakt zu einer Reihe von Folgeveranstaltungen, die zur konkreten Umsetzung des Masterplans 2020 beitragen werden.

„Mit der völligen Neuentwicklung der Gegenstandskataloge als Grundlage für die Staatsexamina unterstützen wir die Studierenden im Lernprozess und in ihrer Vorbereitung auf die Prüfungen. Am Ende profitieren alle – die Studierenden, weil sie sich beim Berufsstart sicherer fühlen und die Patienten, weil sie sicher sein können, dass ihre Ärzte nicht nur über Faktenwissen verfügen, sondern ihre Patienten auch kompetent und sicher versorgen können.“

Das vollständige Programm der Auftaktveranstaltung finden Sie hier.