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Fordernde Gesprächssituationen gemeinsam bewältigen: Innovationspreis für Heidelberger Meilenstein-Kommunikation

Die Thoraxklinik der Uniklinik Heidelberg wurde für das interprofessionelle Kommunikationskonzept „Heidelberger Meilenstein-Kommunikation“ (HeiMeKOM) mit dem „Innovationspreis 2019 – Interprofessionelle Projekte im Gesundheitswesen“ ausgezeichnet. Bei dem Konzept werden Gespräche mit LungenkrebspatientInnen und deren Angehörigen – von der Diagnose über den individuellen Krankheitsverlauf bis hin zur Betreuung während der palliativen Versorgung am Ende eines Lebens – gemeinsam durch speziell geschultes Personal vonseiten der Ärzte/Ärztinnen und Pflegenden begleitet.

 

HeiMeKom ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Thoraxklinik des Universitäts-klinikums Heidelberg, der Abteilung Allgemeinmedizin & Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg und dem Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), das vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird.


Im Fokus von HeiMeKOM steht die außergewöhnlich fordernde Gesprächssituation mit LungenkrebspatientInnen im fortgeschrittenen Stadium, also Menschen ohne Heilungschancen, und deren Angehörigen. Basierend auf dem Konzept nimmt nun immer ein/e Gesundheits- und KrankenpflegerIn zusätzlich zum Arzt oder zur Ärztin an den Gesprächen teil. Das neue Kommunikationskonzept stärkt die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen und der Pflege und unterstützt alle Beteiligten bei der gemeinsamen Bewältigung der Situation.


Im Rahmen des 7. Interprofessionellen Gesundheitskongresses, der vom 5. bis 6. April in Dresden stattfand, zeichnete Springer Medizin das Konzept mit dem "Innovationspreis 2019 - Interprofessionelle Projekte im Gesundheitswesen" aus (3. Platz).

 

 

Platz 3: Heidelberger Meilensteinkonzept Kommunikation (HeiMeKOM); Personen von links nach rechts: Falk H. Miekley von Springer Medizin, Dr. Katja Krug und Dr. Corinna Jung, die den Preis stellvertretend für alle Projektverantwortlichen entgegennahmen und Barbara Klepsch, Sächsische Ministerin für Soziales und Verbraucherschutz
© Jürgen Lösel / Springer Medizin Verlag GmbH


Der Preis wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Ziel ist, die Zusammenarbeit in allen Bereichen des Gesundheitswesens zu fördern und innovative zukunftsweisende Ansätze hervorzuheben. Die drei Erstplatzierten erhielten ihren Preis aus den Händen der Sächsischen Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch, die die Schirmherrschaft des Kongresses und des Preises übernommen hatte.
Die Heidelberger Meilenstein-Kommunikation zeigt, wie Kommunikation zu einer besseren Arzt-Patienten-Beziehung und zum Behandlungserfolg beitragen und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten positiv beeinflussen könnte. Auch die Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen verschiedener Fachrichtungen und mit Angehörigen anderer Gesundheitsberufe erhält dadurch ein stärkeres Gewicht. Damit trägt dieses Konzept auch zentralen Zielen aus dem Masterplan Medizinstudium 2020 Rechnung (u.a. Stärkung von Kommunikationskompetenzen, Interprofessionalität).


Heidelberger Meilenstein – Kommunikation (HeiMeKOM) für PatientInnen mit einer Prognose < 12 Monate zur Verbesserung des kommunikativen Umfeldes, der Lebensqualität und zur frühen Integration von Palliative Care

 

Die Verbesserung der Lebensqualität von PatientInnen mit einer begrenzten Prognose (mediane Überlebenszeit < 12 Monaten) und die Umsetzung partizipativer Entscheidungsfindung durch verbesserte Kommunikation zwischen Behandlungsteam, PatientInnen und deren Angehörigen sind die Ziele des Projektes.


Das IMPP führt Kommunikationstrainings durch, in denen interprofessionelle Tandems bestehend aus jeweils einer Ärztin/einem Arzt und einer Pflegefachkraft lernen, wie sie gemeinsam schwierige Gespräche mit PatientInnen und deren Angehörigen besser bewältigen. Dadurch soll die Patientenorientierung gestärkt, die Patientenzufriedenheit und ihre Lebensqualität sowie die Zusammenarbeit der Gesundheitsprofessionen verbessert und die psychische Belastung der MitarbeiterInnen reduziert werden.

Bei diesen Trainings wird mit Hilfe von SimulationspatientInnen und Videofeedback die Kommunikation mit PatientInnen und Angehörigen in interprofessionellen Teams trainiert und geübt. Evaluiert werden die Effekte des Trainings auf gemeinsame Therapieentscheidungen und Lebensqualität der PatientInnen. Die im Rahmen dieses Projektes entwickelten Trainingskonzepte dienen als Grundlage bzw. Bausteine für die Schulungen für Dozierende, studentische TutorInnen und Sachverständige zur Erstellung der Prüfungsaufgaben.